Erbkrankheiten
Es wird viel über die Anatomie, das Verhalten, das Wesen etc. der Lebewesen,
gleich welcher Art, gesprochen. Bevor aber darüber gesprochen werden
sollte, sollte man sich erst einmal die Frage stellen, wie es dazu kommt.
Diese Frage stellte sich Johann-Gregor Mendel.
Wer war Mendel?
Johann-Gregor Mendel wurde im Jahre 1822 geboren. Er war Augustiner
Abt und Lehrer für Naturwissenschaft und Physik im Kloster zu Brünn.
Im Jahre 1865 befasste sich Mendel ausschließlich mit der Vererbung.
Seine Versuche machte er in erster Linie mit Pflanzen besonders aber
mit Erbsen. Bei den Kreuzungen stellte er unterschiedliche Merkmale
fest wie z.B. Form und Farbe. Im Jahre 1884 starb Mendel unerkannt,
unbenannt und ohne Dank für seine Forschungsarbeit.
Viele Genetiker, wie man die Vererbungsforscher nennt, haben sich um
die Jahrhundertwende mit der Vervollkommnung der Mendel'schen Regeln
befasst, als man sich wieder an ihn erinnerte.
Plötzlich erhielt dieser Zweig der Naturwissenschaft einen ganz neuen
Auftrieb, als man bei den Untersuchungen der Körperzellen von Lebewesen
ganz zwangsläufig zu den Keimzellen gelangte und dabei einen völlig
neuen Aufbau feststellte.
Man kam zu der Erkenntnis, daß die Mendel'schen Regeln nicht nur auf
Pflanzen, sondern auch auf Mensch und Tier, also auf jedes Lebewesen
zutreffen.
Die gesunde, einwandfreie auch rassische Entwicklung hängt in Form und
Wesen besonders von der Veranlagung also Vererbung genauso ab, wie durch
äußere Einflüsse, Ernährung, Gesundheit, Krankheit, Haltung und der
Pflege.
Der Kern der Mendel'schen Theorie geht dahin, dass ein Welpe von jedem
Elternpaar eine gewisse Anzahl von Genen, d.h. Erbanlagen mitbekommt.
Diese Gene sind Gruppenweise angeordnet und sehen wie Perlschnüre aus.
Man nennt sie auch Chromosomen. Die Chromosomen befinden sich im Zentrum
der Körperzellen, dem Zellkern. Die Anzahl der Chromosomen im Zellkern
sind für jede Art von Lebewesen charakteristisch und jedes Lebewesen
hat eine andere Anzahl. Der Mensch z.B. 46 Chromosomen. Die Anzahl der
Chromosomen bei unseren Hunden beträgt 78, wobei sich die weiblichen
von den männlichen unterscheiden. Die weiblichen nennt man X-Chromosomen,
die männlichen bestehen aus X- und Y-Chromosomen. Das X- oder das Y-Chromosom
des Rüden ist entscheidend für die Geschlechtsbildung der Welpen.
Die Chromosomen sind paarweise angeordnet und zwar bei der Hündin gibt
es nur XX-Chromosomenpaare, der Rüde dagegen hat XX- und XY-Chromosomenpaare.
Trifft ein X-Chromosom des Rüden zum X-Chromosom der Hündin entsteht
ein weibliches Geschlecht, trifft ein Y-Chromosom zu dem X-Chromosom
so entsteht ein männliches Geschlecht.
Also XX-Chromosomenpaar = weiblich
XY-Chromosomenpaar = männlich
Die Chromosomen befinden sich in den Körperzellen immer paarweise, also
von jeder Art zwei, deshalb spricht man von 39 Chromosomenpaare. Bei
der Bildung der Geschlechtszellen trennen sich jedoch die Paare, so
daß jede Samen- und jede Eizelle nur die Hälfte der Chromosomenpaare
besitzt, daß hier man wieder von der ursprünglichen Zahl 78 sprechen
kann. Auf diese Weise erhält also jeder Nachkömmling einen halben Chromosomensatz
der Elterntiere.
Mendel kam durch seine Studien auch zu der Erkenntnis, dass es nicht
nur dominante (gutartige), sondern auch rezessive (bösartige) Gene gibt,
welche für die Vererbung sehr entscheidend sind:
Dominante Gene vererben z.B.:
Normalgröße, normale Schädel, Lang-, Hängeohr, dunkle Augen, Scherengebiss,
Normalrute, Stummelrute, Kurz-, Langhaar, Einfarbigkeit usw.
Rezessive Gene vererben z.B.:
Zwergwuchs, Kurzschädel, Kurzohr, Stehohr, helle Augen, Unter- oder
Überbeißer, lange Rute, Knickrute, Langhaar aber auch Kurzhaar, Mehrfarbigkeit
etc.
Durch die Tatsache, dass es schwache und starke Erbmerkmale gibt, unterscheidet
sich das äußere Erscheinungsbild von seinem Erbbild für die gesamte
Nachzucht. Durch die unterschiedlichen Gene kommt es auch zu den Vererbungskrankheiten
wie z.B.
Hüftgelenksdysplasie - kurz HD
Ellenbogengelenkdysplasie - kurz ED
Kniescheibenluxation - Patella Luxation
Albinismus
Augen- und Gebissanomalien
und noch viele mehr.
Hüftgelenksdysplasie (HD)
Bevor wir von HD sprechen, sollte man erst einmal wissen, wie sich das
Hüftgelenk zusammensetzt und was es für eine Funktion im Körper besitzt.
Das Hüftgelenk stellt einerseits die bewegliche Verbindung zwischen
der Wirbelsäule und dem Becken und andererseits zwischen den Hintergliedmaßen
dar. In der Fortbewegung überträgt es die Schubkraft der Hintergliedmaßen
auf den Rumpf, wobei es während des Schubs, gestreckt wird und somit
der Oberschenkelkopf in der Hüftpfanne abrollt. Die Belastung im Gelenk,
ist durch die Körperlast und die Schubkraft in der Bewegung so stark,
sobald sich der Hund auf die Hintergliedmaßen erhebt und sich fortbewegt,
somit ist das Hüftgelenk das meist beanspruchteste Gelenk von allen
Gelenken unseres Hundes. Durch die anatomische Beschaffenheit ist das
gesunde Hüftgelenk so geschaffen, dass es diesen Belastungen und Reibungen
ohne Schmerzen widerstehen kann. Es besteht aus der Hüftgelenkspfanne
und dem Oberschenkelkopf. Beim ausgewachsenen Hund erscheint die Pfanne
als eine Einheit, die sich aber in Wirklichkeit aus den 3 Beckenknochen,
dem Darm-, Scham- und Sitzbein zusammensetzt. Nach Beendigung des Wachstums,
wobei der Knochenbau beim Hund erst mit zwei Jahren vollständig ausgereift
ist, wird das Hüftgelenk durch das zusammenschließen der einzelnen Knorpelfugen
zu einer Einheit gebildet. Das Hüftgelenk ist kein Kugel- sondern ein
Nussgelenk und zwar deshalb, weil sich am Pfannenrand ein Faserknorpelsaum
befindet, der den Oberschenkelkopf umschließt. Der Oberschenkelkopf
wird durch ein sehniges Band in der Tiefe der Grube (Pfanne) verankert
und der Gelenkspalt von der umgebenen Kapsel abgeschlossen. Auf der
Innenseite produziert die Gelenkkapsel Flüssigkeit, die den kapillaren
Spalt zwischen den Flächen ausfüllt und somit als Schmiermittel dient.
Sinn dieser Einrichtung ist, den Oberschenkelkopf bei allen Bewegungen
tief, fest und konzentrisch in der Pfanne zu halten, um die aufeinander
liegenden Gelenkflächen gleichmäßig belasten zu können. Ist aber die
Gelenkpfanne zu flach und der Gelenkkopf sowie die Gelenkkapsel sekundär
(abhängig, untergeordnet) verändert, dann liegt eine Hüftgelenksdysplasie
vor, so dass durch die örtlichen Veränderungen am Gelenk der erforderliche,
konzentrische, tiefe, feste Sitz des Oberschenkelkopfes in der Hüftgelenkspfanne
nicht mehr gewährleistet ist. Durch zu lockeren Halt, werden Teile der
Hüftgelenkspfanne sowie Teile des Oberschenkelkopfes zu stark belastet
und abgenutzt, so dass durch Bewegungen starke Schmerzen entstehen,
die den Hund in seinem Aktionsradius einschränken, so dass die Muskeln,
Sehnen und Bänder an ihrer Elastizität verlieren, es dadurch zu Lähmungen,
sogar zu Versteifungen des Gelenkes kommen kann. Je nach schwere der
Abflachung der Hüftgelenkspfanne gibt es auch verschiedene Schweregrade
von H.D.
HD-frei eine einwandfreie Hüftgelenkspfanne, die den Oberschenkelkopf
voll umschließt.
HD-Übergangsform (Verdacht, kann aber nicht 100 % festgestellt werden)
HD- leicht
HD- mittel
HD- schwer
Es ist aber auch erwiesen, dass wenn Elterntiere gepaart werden, wobei
keines von beiden an H.D. erkrankt ist, kann trotzdem ein gewisser Prozentsatz,
z.B. 30 % trotzdem an H.D. daran erkranken. Bei geringem Krankheitsgrad
wie Verdacht oder leicht ist lediglich eine vermehrte Bewegungsfreiheit
des Oberschenkelkopfes zu beachten, wobei in schweren Fällen, deutlichere
Verformungen am Pfannenrand, aber auch am Oberschenkelkopf und Oberschenkelhals
zu verzeichnen sind.
Die Verformung kann soweit gehen, dass eine völlig abgeflachte Pfanne
dem Oberschenkelkopf überhaupt keinen Halt mehr gibt, wobei es zu qualvollen
Schmerzen kommt, die eine Lähmung der Hintergliedmaßen herbeiführen,
oft kann es auch sogar zu Versteifung kommen.
Eine genaue Diagnose, ob der Hund mit H.D. behaftet ist oder nicht,
kann nur durch röntgen festgestellt werden und zwar am sichersten im
Alter zwischen 12 und 18 Monaten. Bei einem Welpen kann durch röntgen
nur schwere H.D. festgestellt werden, da leichte Veränderungen noch
nicht erkennbar sind. Der Hund erhält für die Röntgenaufnahme eine leichte
Narkose und wird in Rückenlage mit gestreckten, gut eingedrehten Hintergliedmaßen
geröntgt. Ist die Röntgenaufnahme entwickelt, kann der Tierarzt in etwa
sagen, wie es mit H.D. aussieht, aber den genauen Befund kann nur ein
Institut auswerten, das mit den dafür vorgesehenen Geräten ausgerüstet
ist. Leichte Veränderungen regelt die Muskulatur während des Wachstums
von selbst, sie können aber auch durch Anabolika (stoffwechselfördernde
Heilmittel, Hormone) unterstützt werden. Die Röntgenaufnahmen zeigen
eine kontinuierlichen Übergang von normaler bis zu schwerer Erkrankung
des Hüftgelenkes, wobei sich die rechte Hüfte von der linken deutlich
unterscheiden kann, d.h. eine Seite des Hüftgelenkes kann schwere Verformung
aufweisen wobei die andere Seite ganz normal sein kann. Die H.D. wird
von mehreren Genen beeinflusst, daher sind sich selbst die Genetiker
(Vererbungsforscher) nicht im Klaren, ob sie durch die dominanten oder
rezessiven Gene vererbt wird. Es ist aber auch erwiesen, dass unsere
Hunde nicht nur durch die Vererbung an H.D. erkranken, sondern der Mensch,
sogar schon der Züchter mit dazu beiträgt, indem die Welpen falsch ernährt,
überfüttert werden, oder zu starken Belastungen aussetzt sind. Auch
spielen die Umwelteinflüsse mit eine große Rolle. Es wurde festgestellt,
dass bei Hunden (Welpen), die wenig Futter bekamen, auf engem Raum gehalten
wurden, also keine große Bewegungsfreiheit hatten, seltener mit H.D.
belastet waren als andere. Gefördert wird die H.D. aber auch durch schwächende
und krankmachende Einflüsse schon auf das Embryo. Sie wird aber auch
begünstigt durch mangelnde Versorgung von Kalzium, Phosphor, Vitamin
D und Überanstrengung und Erkrankungen in der Entwicklungsphase des
Welpen und Junghundes, selbst bei älteren, großen Hunden ist eine Veränderung
des Gelenkes nicht festzustellen, wenn sie nicht von Jugend an dysplastisch
belastet waren.
Nicht nur unsere Hunde leiden an dieser Vererbungskrankeit sondern auch
der Mensch seit über 2000 Jahren, selbst bei Pferd, Rind, Katze, Kaninchen
und Huhn hat man dies entdeckt. Die HD ist eine typische Begleiterscheinung
der Domestikation.
Perthes'sche Krankheit
Außer der HD gibt es auch die Perthes'sche Krankheit, wobei es sich
im gewissen Sinne ebenfalls um eine Erkrankung des Hüftgelenkes handelt.
Es sei zu erwähnen, dass diese Krankheit durch einen Züchter in England
mit dem Namen Calvé Legg-Perthes entdeckt wurde. Bei dieser Erkrankung
wird im Gegensatz zur H.D. in erster Linie der Gelenkkopf und sekundär
(abgängig, untergeordnet) die Gelenkpfanne erfasst, wobei es sich um
eine aseptische Nerkrose des Oberschenkelkopfes handelt. Die genaue
Diagnose ob es sich um eine Hüftgelenksdysplasie oder die Perthes'sche
Krankheit handelt kann ebenfalls nur durch röntgen festgestellt werden.
Sie tritt oft im Alter von 5 - 10 Monaten auf und zwar immer nur einseitig.
Es gibt Fälle, wo die Krankheit mit Beendigung des Knochenwachstums,
also mit 2 Jahren ausgeheilt erscheint, dies ist aber nur äußerlich
der Fall, da meistens schwere, chronische Gelenksentzündungen zurückbleiben.
Die Krankheit tritt bei speziellen Rassen auf wie bei Terriern und Pinscher.
Ellenbogengelenkdysplasie
Diese Form von Dysplasie am Ellenbogengelenk wurde im allgemeinen nur
beim Deutschen Schäferhund beobachtet. Es ist eine Knorpelwachstumsstörung
des Welpen bzw Junghundes. Auch kann beim ausgewachsenen Hund diese
Krankheit durch eine Absprengungsfraktur in Form eines dreieckigen Knochenstücks
im Ellbogengelenk verursacht werden.
Kniescheibenluxation
Die Kniescheibenluxation ist eine ebenfalls weit verbreitete Erbkrankheit
unserer Hunde, die vorwiegend bei den kleineren Rassen wie Chihuahua,
Pudeln, Terrier, Pekinesen usw. vorkommt, aber auch bei verschieden
großen Hunderassen beobachtet wurde, wie z.B. bei den Labrador-Retrievern,
Boxern und Bulldoggen.
Bei der Luxation sind entweder eines oder beide Bänder, die der Kniescheibe
ihren Halt verleihen, überdehnt. Sie können aber auch gerissen oder
irreparabel beschädigt sein, d.h. es handelt sich um das Kreuzband,
welches überdehnt ist und somit der Kniescheibe keinen halt mehr bietet,
die Kniescheibe sich locker hin und her bewegt und somit nicht in ihrer
richtigen Lage liegen bleibt. Zeitweiliges, sogar ständiges lahmen lässt
auf eine Kniescheibenluxation schließen. Der Hund kann sehr starke Schmerzen
haben und seine Hinterpfote nicht mehr strecken. Streckt man die Hinterpfote
und hebt mit der Hand dabei die Kniescheibe fest, kann man fühlen wie
diese wieder in ihre richtige Lage rutscht.
Abnormitäten der Augen
Es gibt verschiedene Abnormitäten der Augen, die den Erbkrankheiten
zugeordnet werden, wie z.B. Entropium (Umstülpung des Augenlides nach
innen), Ektropium (Umstülpung des Augenlides nach außen), Glaukom (Grüner
Star), Katarakt (Grauer Star) PRA (Progressive Retina-Atrophie). Erstaunlich
ist die große Anzahl von Rassen, bei denen die Anomalien auftreten.
Entropium
Beim Entropium rollt sich meist das untere Augenlid nach innen, wobei
sich aber auch beide gleichzeitig einrollen können. Durch das Einrollen
werden Reizungen hervorgerufen, die Veränderungen der Horn- und Bindehaut
zur Folge haben. Der Tierarzt kann durch einen leichten operativen Eingriff
dies beheben. Wird keine Abhilfe geschaffen so können mit zunehmendem
Alter sich Hornhautgeschwüre bilden. Die Krankheit ist erbbedingt, kann
aber auch durch Entzündungen am Auge hervorgerufen werden.
Ektropium
Bei Ektropium handelt es sich um eine Lidschwäche, die Lidbindehaut
wird nach außen gestülpt, indem die Lidbänder nicht an das Augenlid
gelangen, so dass durch die Aufstülpung der Haut die Lidbindehaut frei
liegt und durch dauernden Luftzug es zu schmerzhaften Entzündungen kommen
kann. Auch bei dieser Erkrankung kann der Tierarzt ebenfalls durch einen
leichten operativen Eingriff helfen, indem er die Lidbindehaut keilförmig
kürzt.
PRA (Progressive Retina-Atrophie)
Die PRA ist eine Stufenweise, fortschreitende nicht aufzuhaltende Krankheit,
d.h. die Netzhaut schwindet. Der lichtempfindlichste Teil des Auges
ist die Retina (Netzhaut), sie enthält die Sinneszellen, die sogenannten
Stäbchen- und Zapfzellen sowie die Ganglien- und Stützzellen. Sie ist
der Teil des Auges, der das Bild von außen empfängt und an den Sehnerv
weitergibt. Ist ebenfalls vererbbar und wurde zuerst bei den Irish Settern
beobachtet. Sie ist der Schwund der Netzhaut und wird auch als Nachtblindheit
bezeichnet. Mit der Zeit wurde sie auch bei anderen Rassen festgestellt
aber heute ist sie überwiegend bei den Pudeln verbreitet. Daher sollt
jeder Züchter die Untersuchung beim Tierarzt wahrnehmen, damit sie ausgemerzt
werden kann. Hunde die mit dieser Krankheit befallen sind, sollten von
der Zucht ausgeschlossen werden. Die Netzhaut, also der Teil des Auges,
der das Bild von außen empfängt und an den Sehnerv weiterleitet, verödet.
Der Schwund der Netzhaut ist ein nicht aufzuhaltender, fortscheitender
Prozess, der die Sehfähigkeit mehr und mehr beeinträchtigt und sogar
zur Erblindung des Hundes führt. Erkennen kann man die Krankheit an
den weit unnatürlich geöffneten Pupillen, die selbst bei einfallendem
Licht dem Hund einen starren Ausdruck verleihen. Die Sehkraft ist so
beeinträchtigt, dass der Hund bei schlechten Lichtverhältnissen oder
bei der Nacht gegen jedes Hindernis rennt, daher auch der Name Nachtblindheit.
Sie befällt die Hunde oft im Alter von 3 - 5 Monate.
Glaukom (Grüner Star)
Der Grüne Star (Glaukom) wird durch eine Störung im Abflusssystems des
Auges hervorgerufen. Der dadurch erhöhte intraokulare Druck führt zu
Spannungen im Augapfel. Anzeichen für die Erkrankung des Glaukom sind
ähnlich wie bei einer Bindehautentzündung und Hornhauttrübung. Wesentlicher
Unterschied ist die Vergrößerung des Augapfels und die Trübung der gesamten
Augenoberfläche. Durch einen operativen Eingriff vom Tierarzt kann dem
Hund geholfen werden und zwar durch eine kleine Öffnung in der Hornhaut,
damit der Überdruck abfließen kann.
Katarakt (Grauer Star)
Den grauen Star erkennt man an der Linsentrübung, das bedeutet, daß
die Linse nicht mehr durchsichtig ist. Ursachen dafür können sein, daß
der Hund schon damit geboren wird also durch Vererbung, sowie durch
Verletzungen oder durch die Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Bei
einem gesunden Hund macht sich der graue Star erst ab dem 9. Lebensjahr
bemerkbar.
Abnormitäten des Gebisses
Des gesunde Gebiss, des ausgewachsenen Hundes, besteht aus 42 Zähnen,
20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Durch die Vererbung kann es
jedoch zu Zahnverlusten kommen, das man überwiegend bei den kleinen
Rassen feststellen kann. Zu nennen sei hier vorrangig die Oligodontie
(Zahnunterzahl, Zahnverlust). Es gibt aber auch eine Pseudooligodontie,
bei der die Zähne zwar vorhanden, aber noch nicht durchgebrochen sind.
Da es sich hierbei ebenfalls um Vererbung handelt, sollte auch hier
züchterisch ebenso geahndet werden wie bei der Ologondentie. Unter Gebissanomalien
fällt auch die Kieferstellung wie z.B. Vor- und Rückbiss, wobei hier
jedoch berücksichtigt werden muss, daß bei einigen Hunderassen der Vorbiss
standardgerecht zugelassen ist, das sind alle kurzschnäuzigen Hunderassen
wie Boxer, Bulldoggen usw.
Albinismus
Der Albinismus ist ein sehr ernstzunehmender, angeborener Erbfehler
und zwar durch das Fehlen von Farbstoffen (Pigmentmangel) in Haut, Haaren
und Augen. Dieser erbliche Pigmentverlust spielt daher in der Zucht
eine erhebliche Rolle. Die Pigmentzellen und das zentrale Neversystem
haben einen gemeinsamen Ursprung, das äußere Keimblatt. Erhebliche Pigmentverluste
von Haut und Haaren ist mit Störungen in anderen Organsystemen verbunden,
somit können Tiere mit zu starkem Pigmentverlust, also Albinos auch
blind und taub sein. Es kann auch vorkommen, wenn beide Elterntiere
diese Erbmerkmale besitzen, daß die Nachkommen als Missgeburten zur
Welt kommen.
Es gibt noch unwahrscheinlich viele Erbkrankheiten über die man berichten
kann, wie z.B. Hämophilie (Bluterkrankheit), Kryptorchismus (Hodenlos),
Mornorchismus (Einhoder), Abnormitäten der Wirbelsäule und viele mehr.
Ich möchte zum Schluss den Züchtern eins ans Herz legen, daß sie bei
ihrer Auswahl der Zuchttiere nicht von der äußeren Schönheit blenden
lassen, sondern sich intensiv mit den Erbanlagen beschäftigen, damit
solche Krankheiten mit den Jahren voll ausgemerzt werden.