Erfahrungen, Tipps und Wissenswertes

 

Die Geburt
 
 
Die ersten Anzeichen für den Beginn der Geburt sollte man erkennen, um sinnvoll helfen zu können. Ein oder zwei Tage vor der Geburt können offensichtliche Verhaltensänderungen auftreten. Die Hündin sucht sich einen geeigneten Platz oder versucht in ihrer Wurfkiste zu graben. Sie ist ängstlich, zittert und sucht die Aufmerksamkeit ihres Besitzers auf sich zu richten. Bei manchen Hündinnen fehlt der Appetit wobei sich der Durst steigern kann. Aus den Zitzen beginnt die Milch auszufließen.

Das eindeutigste Zeichen für die bevorstehende Geburt ist ein Absinken der Körpertemperatur auf 37 Grad (oft sogar darunter) 18 - 24 Stunden vor dem Werfen. Deshalb sollte ein Züchter ab dem 55. Trächtigkeitstag nach Möglichkeit zweimal am Tage die Temperatur bei seiner Hündin messen.
Die Geburt ist der Abschluss der Schwangerschaft, beim Hund nennt man diese Zeit "Trächtigkeit". Die Entbindung (das Gebären des Kindes oder das Werfen der Welpen) verläuft in drei Phasen.

Phasen der Geburt
1. Eröffnungsstadium mit Eröffnungswehen bis zum Fruchtblasensprung, durch die Erweiterung des Gebärmutterhalses, um die Welpen durchzulassen.
2. Austreibungsstadium mit Austreibungswehen ist die eigentliche Geburt.
3. Die Ausstoßung der Plazenta = Nachgeburt.

Da der Muskel kräftig und dick ist, dauert es ziemlich lange, bis sich der Gebärmutterhals vollkommen öffnet, häufig kann dies bis zu 24 Stunden und mehr dauern, wobei dies aber nicht bedeutet, das die Hündin ständig unter Schmerzen leidet. Die Kontraktionen sind zunächst sehr schwach und kommen in großen Abständen. Die Pausen betragen anfangs 20 bis 30 Minuten und in dieser Zeit fühlt sich die Hündin wohl. Mit der Zeit erweitert sich der Gebärmutterhals immer mehr und die Wehen kommen häufiger und stärker. Die Pausen zwischen ihnen verringern sich.

Während dieser Zeit presst der Uterusmuskel den Welpen ständig fest gegen den Gebärmutterhals. Der Druck des Kopfes trägt ebensoviel zur Erweiterung des Gebärmutterhalses bei wie die Kontraktionen. Die Erweiterung wird nun infolge einer langsamen und immer stärker werdenden Keilwirkung durch die weiter ausgepresste Frucht vervollständigt. Die maximale Weitung ist im allgemeinen dann erreicht, wenn der Kopf völlig ausgetreten ist. Die Frucht wird anschließend durch einige sehr kräftige Presswehen schnell geboren.

Eine Zughilfe ist nicht angebracht, wenn ein ausgeglichenes Größenverhältnis zwischen Muttertier und Frucht besteht und die Frucht in regelrechter Vorderendladung vorliegt. Übereilte Auszugsversuche sind schädlich, weil sie zu Einrissen des weichen Geburtsweges, Frakturen des knöchernden Geburtsweges führen können.

Wenn Zughilfe notwendig ist, muß sie überlegt, dem jeweiligen Zustand angepasst und im Rhythmus der Austreibungswehen eingesetzt werden. In keinem Fall dürfen mehrere Personen ziehen oder grobe Hilfsmittel angewandt werden.

In Bezug auf die Lagerung der Frucht im Muttertier unterscheidet man zwischen Lage, Stellung und Haltung der Frucht.
Lage: Die betrifft die Körperachse des Fötus in Beziehung zur Körperachse der Mutter
1. Längslage: Vorderendlage (Vordergliedmaßen in Richtung des mütterlichen Beckens) und Hinterendlage.
2. Querlage: Wirbelsäulen quer zueinander.
3. Vertikallage: Der Fötus sitz meist mit dem Kopf zur Wirbelsäule der Mutter (hundesitzig).
Stellung:
Sie bezieht sich auf den Rücken des Fötus. In der Regel ist er dem Rücken des Muttertieres zugekehrt = obere Stellung.

Haltung:
Sie bezieht sich auf die Lagerung der Gliedmaßen und des Kopfes des Fötus zu seinem Rumpf.

Welpe mit Nabelschnur und Nachgeburt! Hier ist der Züchter gefragt, er muß die Nabelschnur, die im allgemeinen die Hündin durchtrennt mit eine keimfreien Schere durchtrennen.
Pflege des Neugeborenen:
In seltenen Fällen muß ein frisch geworfener Welpe vom Züchter aus seiner Fruchthülle entfernt und trockengerieben werden. Dies besorgt im allgemeinen das Muttertier alleine. Es kommt aber vor, daß die Hündin entweder zu schwach ist oder durch einen besonders großen Wurf nicht in der Lage ist so schnell zu reagieren. Dann sollte ein Züchter der Hündin helfen können. Auch muß darauf geachtet werden, daß die Welpen nach der Geburt bei der Mutter saugen um somit ihre erste Nahrung zu erhalten. Es muß ebenfalls darauf geachtet werden, daß die Nachgeburten, es sollte nach jedem Welpen eine folgen, alle abgehen. Diese werden von der Mutterhündin aufgefressen.

Das Gewicht der Welpen ist verschieden je nach größe der Rassen und der Wurfstärke.

Bei den Großhunderassen wiegen die Welpen im allgemeinen zwischen 200 g - 600 g.

Bei den Kleinhunderassen ist das Gewicht der Welpen deutlich weniger etwa, zwischen 30 g und 200 g.

Das Muttertier nach der Geburt.
Ebenso wie die Welpen bedarf auch das Muttertier besonderer Aufmerksamkeit und Pflege. Wichtig ist besonders, auf den ordnungsgemäßen Abgang der Nachgeburten zu achten, sowie darauf, daß der auf die Geburt folgende Ausfluss von Sekret und Gewebsresten aus der Scham (Geburtsfluss) keine eitrige Beschaffenheit annimmt.

 

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