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Befruchtung
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Befruchtung
Die Befruchtung ist die Vereinigung der beiden Geschlechtszellen. Ein Spermien dringt am Empfängnishügel in die Eizelle ein, den diese ihr entgegenwölbt. Die Enzyme des Ejakulats bedingen vorher eine Auflockerung des Verbandes der die Eizelle umgebenden Granulosazellen. Aus diesem Grund dürfen die Ejakulatmenge nicht zu klein und der Verdünnungsgrad nicht zu hoch sein. Nach der Aufnahme einer Spermien bildet die Eizelle ein Befruchtungsmembran aus, welches von weiteren Spermien nicht durchdrungen werden kann. Im Augenblick des Eindringens der Spermien schrumpft die Eizelle, so daß ein perivitelliner Raum zwischen der Oberfläche der Eizelle und dem Oolemm (Eihaut) entsteht. Der Spermienkopf verdickt sich durch Quellung und wird zum Samenkern. Der Ei Kern wandert ebenfalls zur Mitte, und beide Kerne verschmelzen zu einem Kern. Nach der Befruchtung erfolgt die erste Teilung. Die Befruchtung erfolgt gewöhnlich im Anfangsabschnitt des Eileiters, so daß das Ei während der Eileiterwanderung bereits die ersten Furchungen durchmacht und als Blastozyste im Morulastadium die Gebärmutter erreicht. Dauer der Eileiterwanderung beim Hund 8 - 10 Tage. Das Ei bzw. Embryo wird durch das Sekret der Uterusdrüse ernährt, das zusammen mit Bestandteilen zugrunde gegangener Epithelzellen die sog. Uterusmilch bildet. Befruchtungsvorgang Das neue Leben beginnt durch die Vereinigung der Samenzelle mit der Eizelle. Beim Deckakt werden vom Rüden Millionen Spermatozoen ausgeschüttet. Es ist vollkommen unsinnig den Rüden für die größe der Wurfzahl der Welpen verantwortlich zu machen, da für die Zahl der Welpen in erster Linie die Zahl der reifen Eier, die in interwallen von mehreren Stunden aus den Eierstöcken austreten und die nur eine sehr beschränkte Lebensdauer haben. Man schätzt bei einer Junghündin die gesamte Zahl des Follikelvorrates (Eizellen) auf 200 000 bis 350 000. Zur völligen Ausreifung kommen während der gesamten Fortpflanzungszeit etliche Hundert. Während der Hitzeperiode reifen etwa 10 bis 20 Follikel bis zur Sprungreife heran. Ein Ei wird jedoch nur von einer Samenzelle befruchtet. Sobald die Samenzelle eingedrungen ist, verändert sich die Außenhülle des Eies und verhindert das Eindringen einer zweiten Samenzelle. Beginn der Implantation (Tage nach der Befruchtung): 10 - 12 Tage. Nach der Gastrulation ist das Stadium der Blastozyste abgeschlossen. Man spricht bis zum Ende der Organentwicklung vom Embryo und anschließend vom Fötus. Dann ist auch die Gliemaßenentwicklung bereits abgeschlossen. Die Embryonen und Föten unserer Wirbeltiere haben besondere Hüllen zum Schutz vor Austrocknung und mechanischen Schädigungen, zum Stoff- und Gasaustausch, zur Hormonproduktion sowie zur Eröffnung der Geburtswege. Diese Hüllen bilden sich in der frühsten Embryonalzeit aus. Man nennt sie Eihäute. Plazenta (Mutterkuchen) Die Einheit von Allantochorion (Verschmelzung der embryonalen Eihüllen) und Gebärmuttergewebe wird Plazenta (Mutterkuchen) genannt. Diese Bezeichnung stammt von der Plazenta des Menschen, die ein scheibenförmiges Gebilde ist. Sowohl nach der Art der Verbindung von Allantochorion (Sack, der in der hinteren Darmbucht des Embryos entsteht) und Gebärmutterschleimhaut als auch nach der örtlichen Ausbildung bestehen tierartliche Unterschiede. Es gibt verschiedene Arten von Plazenten, eine Vollplazenta und eine Halbplazenta. Wenn eine Vollplazenta, sowie bei den Hunden und dem Menschen, ausgebildet wird, werden nach der Geburt des Fötus als Nachgeburt nicht nur Ei Häute, sondern auch Teile der Pars uterina ausgestoßen. Bei der Halbplazenta besteht die Nachgeburt lediglich nur aus den Ei Häuten. Für die Embryonalentwicklung ist wichtig, daß die wesentliche Ausbildung und Ausformung der Gliedmaßen und Organe in der ersten Zeit der Trächtigkeit erfolgen. Entwicklungsstörungen und Schäden, die an der Frucht in dieser Zeit auftreten würden früher als Erbfehler angesehen. Es wurde in den letzten Jahren nachgewiesen, daß es durch äußere Einflüsse dazu kommt. Als derartige Einflüsse kommen Sauerstoffmangel, Mangelernährung (besonders auch Vitaminmangel), chemische Stoffe (Medikamente) und Virusinfektionen in Frage. Die Art der Schädigung hängt dabei nicht so sehr von dem Agens (Trieb, wirkende Ursache), als von dem Zeitpunkt und der Intensität der Einwirkung ab. Bei der Aussage über die Erblichkeit einer Fruchtschädigung (Mißbildung) muß man demnach größere Vorsicht walten lassen. Die Altersbestimmung des Fötus nach eventuellen Aborten wird anhand der Scheitel-Steiß-Länge und der Ausbildung der Behaarung vorgenommen. Eizelle und Samenzelle sind die Träger des Erbgutes. Für die Eigenschaften, die wir von den Nachkommen erwarten, sind nicht die an den Elterntieren sichtbaren Eigenschaften verantwortlich, entscheidend dafür ist die Beschaffenheit der Keimzellen. Die Träger der Erbeinheiten (Gene) sind die Chromosomen (Kernschleifen) im Zellkern. Die Zahl der Chromosomen ist für jede Art konstand. Der Hund hat 78 Chromosomen wobei 38 Chromosomenpaare bei Rüden und Hündinnen gleich sind, jedoch das 39te Paar abweicht. Bei der Hündin bestehen die Chromosomenpaare aus XX Chromosomen und beim Rüden 38 Chromosomenpaare XX und das 39te besteht aus XY Chromosomen. Dieses ist das entscheidende Paar welches auf das Geschlecht seine Auswirkung hat. weiblich XX plus männlich XX ergibt weiblich Nachkommen weiblich XX plus männlich XY ergibt männliche Nachkommen In den Kernschleifen sind die Gene linear, wie die Perlen an einer Perlschnur aufgereiht. Trächtigkeit Die Trächtigkeitsdauer beträgt: beim Hund 63 Tage (56 - 68) ca. 2 Monate bei der Katze 60 Tage (56 - 63) ca. 2 Monate Feststellung der Trächtigkeit Veränderung des Muttertieres: 1. Vergrößerung des Bauchumfanges. 2. Neigung zu Fettansatz, Gewichtszunahme. 3. Trächtigkeitsödeme am Unterbauch und an den Gliedmaßen infolge Kreislaufbelastung. 4. Gelegentlich im Anfangsstadium der Trächtigkeit stärkere Behaarung, gegen Ende Haarausfall. Rektale Untersuchung (Mastdarm), vaginale Untersuchung, wobei bei trächtigen Tieren der äußere Muttermund durch einen Schleimpfropfen verschlossen wird, oder Untersuchung durch Ultraschall oder aber durch Röntgenaufnahmen jedoch erst ab 40. Trächtigkeitstag durch den Tierarzt. Anzeichen der Geburtsnähe sind: Schwellung der Scham; Senkung der Schamspalte; Ausfluss von zähflüssigem Zervikalschleim 1 - 2 Tage oder erst kurz vor der Geburt; Einschießen der Milch; Abfallen der Körpertemperatur kurz vor der Geburt (18 bis 24 Std) auf Werte bis 37o C (oft sogar darunter). Besondere Formen der Trächtigkeit Überfruchtung, Nachempfängnis Befruchtung von einem oder mehreren Eiern im bereits trächtigen Uterus ist aber sehr selten. Überschwängerung Befruchtung mehrerer Eier während derselben Brunst durch verschiedene Vatertiere oder durch ein Vatertier bei mehreren Begattungen. Kommt beim Hund häufig vor, nachgewiesen durch verschiedene Rassenzugehörigkeit der Vatertiere. Kann auch bei anderen Tierarten und beim Menschen vorkommen. Viel Fruchtigkeit Darunter ist zu verstehen das Auftreten von übernatürlich vielen Früchten. Pathologie der Trächtigkeit Scheinträchtigkeit: Besonders häufig bei Hündinnen treten Trächtigkeitssymptome auf, ohne daß das Tier trächtig ist. Zum Geburtstermin bauen diese Tiere ein "Nest" und tragen Gegenstände als Welpen herum. Die Milchsekretion kann so stark sein, daß die Hündinnen als Ammen benutzt werden können. Brunst während der Trächtigkeit: Am Anfang der Trächtigkeit können Brunstsymptome auftreten. Festliegen vor der Geburt: Bei ungenügender Mineralstoff- und Vitaminversorgung der Muttertiere wird dem Skelettsystem zu viel Kalzium entzogen, so daß die Tiere aufgrund von Gelenk- und Knochenschmerzen nicht mehr stehen können und der Gesamtstoffwechsel wird negativ beeinflusst. Gebärmutterdrehung: Gelegentlich erfolgt eine Drehung der Gebärmutter, der Zervix (Gebärmutterhals) und des Scheidengewölbes um ihre Längsachse. Tritt die Gebärmutterdrehung um den Geburtszeitpunkt auf, so ist die Passage der Frucht nicht möglich. Abort: Als Abort wird der vorzeitige Abgang der Frucht bezeichnet, wobei Ursachen meist Ernährungsstörungen und Tod der Frucht infolge mechanischer oder infektiöser Schädigung der Plazenta sind. Infektiöse Schädiger sind Leptospieren. |