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Atmungsorgane
Zu dem Atmungssystem (Systemaresspiratorium) gehören die Nase, der Atmungsrachen, der Kehlkopf, die Luftröhre und die Lunge mit Bronchien und Alveolen. |
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Nase (Nasus)
Die Nase wird dorsal von den Nasenbeinen, seitlich von den Oberkieferbeinen und ventral von den Gaumenfortsätzen der Oberkieferbeine begrenzt. Aboral wird die Nasenhöhle durch die Siebplatte des Siebbeines verschlossen. Ventral geht sie in den Atmungsrachen über. Die mediane Nasenscheidewand aus hyalinem Knorpel trennt die Nasenhöhle in eine rechte und eine linke Nasenhöhle. Der Eingang der Nasenhöhlen wird von den Nasenlöchern gebildet, die knorpelig gestützt werden. Besonders beim Hund ragt die Nase über den Gesichtsschädel hinaus. Die Nasenspitze ist bei den Tierarten unterschiedlich gestaltet. Bei den Hunden ist um die Nasenlöcher der unbehaarte Nasenspiegel ausgebildet. Bei ihnen greift die tiefe Lippenrinne auch auf die Nase über. Die Nasenhöhlen werden durch die dorsale und die ventrale Nasenmuschel in je vier Gänge gegliedert. 1. Dorsal Nasengang oder Riechgang (zwischen Nasenhöhlendach und dorsaler Nasenmuschel). 2. Mittlerer Nasengang oder Sinusgang (zwischen dorsaler und ventraler Nasenmuschel). 3. Ventraler Nasengang oder Atmungsgang (zwischen ventraler Nasenmuschel und Nasenhöhlenboden). 4. Gemeinsamer Nasengang (zwischen Nasenscheidewand und den Nasenmuscheln). Der Riechgang führt in das Siebbeinlabyrinth und besitzt Sinneszellen, die auf Duftstoffe reagieren. Der Atmungsgang ist weit und führt die Atmungsluft in den Atmungsrachen. Durch ihn kann die Nasenschlundsonde eingeführt werden. Kehlkopf (Larynx) Der Kehlkopf stellt ein kästchenförmiges Hohlorgan dar, das durch den Kehldeckel verschlossen werden kann. Er ist von Schleimhaut ausgekleidet, die an den mechanisch beanspruchten Stellen mehr-schichtige Plattenepithel enthält. Der Kehlkopf wird von 5 Kehlkopfknorpeln gestützt ( 1. - 3. sind unpaar) 1. Ringknorpel. 2. Schildknorpel. 3. Kehldeckel- oder Schließknorpel. 4. u. 5. Stellknorpel (an ihnen sitzen die Stimmbänder). Die Kehlkopfknorpel sind vorwiegend aus hyalinem, der Schließknorpel aus elastischem Knorpelgewebe gebildet. Die Kehlkopfknorpel sind durch Bänder und Muskeln miteinander verbunden und können gegeneinander bewegt werden. Wenn die Gefahr besteht, daß die Atmung durch die Nase behindert wird, muss daher stets ein Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) durchgeführt werden. Luftröhre (Trachea) Die Luftröhre schließt sich dem Kehlkopf an und besteht aus einzelnen Knorpelspangen, die dorsal offen sind und dort von einem Muskel überspannt werden. Sie ist mit Atmungsschleimhaut ausgekleidet und mit ihrer Umgebung ist sie durch lockeres Bindegewebe (Adventitia) verbunden. Brusthöhle und Brustfell Bevor wir uns auf die in der Brusthöhle gelegenen Lunge konzentrieren ist es notwendig, auf die räumlichen Verhältnisse der Brusthöhle und das Brustfell einzugehen. Von den Rippen wird der Brustkorb gebildet. Dieser wird durch das Zwerchfell unterteilt in die kranial gelegene Brusthöhle und in den intrathorakalen Teil der Bauchhöhle kaudal vom Zwerchfell bis zu einer Ebene durch den Rippenbogen. Die Wand der Brusthöhle wird gebildet: 1. von der äußeren Haut 2. von der äußeren Rumpffaszie 3. von der Muskelschicht 4. von den Rippen und den dazwischen gelegenen Atemmuskeln 5. von der inneren Rumpffaszie 6. von dem Rippenfell Lunge (Pulmo) Die Lunge gliedert sich in die beiden Lungenflügel, die auch als rechte und linke Lunge bezeichnet werden. Die Lungen liegen in den Pleuralhöhlen und sind von einer Serosa, dem Lungenfell überzogen. Man unterscheidet folgende Flächen: Die Rippenfläche, die Zwerchfellfläche, die Mittelfellfläche. Kranial befindet sich die Lungenspitze. Die Lunge hat folgende Ränder: Den stumpfen Dorsalrand und den scharfen Ventral- und Basalrand. Durch Einschnitte wird die Lunge in Lappen eingeteilt. Man unterscheidet im Prinzip den Spitzenlappen, den Mittel- oder Herzlappen, den Zwerchfelllappen und den Anhangslappen, der zwischen Mediastinum und Hohlvenengekröse gelegen ist. Bei unseren Hunden sind beiderseits Spitzen-, Mittel- und Zwerchfelllappen, rechts außerdem der Anhangslappen. Die Einschnitte und die Lappentrennung sind bei ihnen besonders ausgeprägt. Atmung Unter Atmung versteht man die Aufnahme, der Transport und die Abgabe von gasförmigen Stoffen, besonders Sauerstoff und Kohlendioxid. Der Sauerstoff dient der Verbrennung der mit der Nahrung aufgenommenen Stoffe. Das Kohlendioxid fällt als Endprodukt des Stoffwechsels. Gewebsatmung Man versteht darunter die Aufnahme von Sauerstoff durch die Zelle, den anschließenden Oxydationsprozeß in den Zelle und die Abgabe von Kohlendioxid und Wasser durch die Zelle. Der Sauerstoffverbrauch in den Zellen ist abhängig von deren Arbeitsleistung (z.B. ruhender oder arbeitender Muskel). Unterschiedlich ist auch die Empfindlichkeit der einzelnen Gewebe gegen Sauerstoffmangel (Hypoxie, Anoxie). Besonders empfindlich ist z.B. das ZNS (Zentralnervensystem). Das Gehirn kann nicht länger als 2 - 4 Minuten ohne Sauerstoffzufuhr bleiben, bei Unterkühlung allerdings bis zu 20 Minuten. Relativ unempfindlich ist das Bindegewebe. Lungenatmung Diese umfasst den Gasaustausch über die Lunge. Die Lunge besitzt keine Eigenbeweglichkeit. Sie kann nur passiv der Bewegung des Brustkorbes folgen. Da sich zwischen Lunge und Brustwand ein mit Pleuralflüssigkeit gefüllter Raum befindet, wird sie bei Erweiterung der Brusthöhle ausgedehnt (Einatmung, Inspiration). Wenn die Brusthöhle sich wieder verengt, fällt die Lunge infolge der Retraktionsfähigkeit der eleastischen Fasern ihres Interstitiums zusammen (Ausatmung, Exspiration). Die Einatmung erfolgt durch Abflachung der Zwerchfellkuppel und durch die Tätigkeit der äußeren Interkostalmuskeln. Die Ausatmung erfolgt durch erschlaffen des Zwerchfells und durch Kontraktion der inneren Interkostalmuskeln. Die Atmung wird durch das Atemzentrum gesteuert in der Medulla oblongata. Man unterscheidet ein Einatmungs- und ein Ausatmungszentrum. Das Atemzentrum wird durch den CO2-Gehalt des Blutes beeinflusst. Bei O2-Anreicherung erfolgt eine Atemdepression, bei CO2-Anreicherung wird die Atmung angeregt. Es besteht also eine reflektorische Selbststeuerung der Atmung. Die Atembewegungen können aber auch bewusst ausgeführt werden. |
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| Vergleich der Frischluft und der Atmungsluft beim Hund in Vol.% | |||
| O2 | CO2 | N2 | |
| Frischluft | 20,9 | 0,03 | 79,0 |
| Expirationsluft | 16,7 | 3,7 | 79,3 |
| Aus
der Tabelle geht hervor, das nur etwa 1/5 des Sauerstoffes aus der Einatmung
verbraucht wird. Ein erheblicher Teil des Luftsauerstoffes wird wieder ausgeatmet. Die Ausatmungsluft hat eine viel höhere relative Luftfeuchtigkeit als die Einatmungsluft und ist wärmer. Manche Tiere benutzen die Wärmeabgabe über die Luftwege, um in heißer Umgebung die Körpertemperatur zu senken (Hecheln bei Hunden). Die Zahl der Atemzüge pro Minute ist u.a. von der Größe der Tiere und deren Intensität des Stoffwechsels abhängig. Bei erhöhter Körpertemperatur, körperlicher Arbeit, in der Erregung (z.B. Angst) und nach Blutverlusten ist die Atmungsfrequenz erhöht. Atmungsfrequenz in Atemzügen pro Minute bei verschiedenen Tierarten im Ruhezustand |
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| Hund |
20
(10 - 30)
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| Katze |
25
(20 - 30)
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| Als Atemvolumen (Zugvolumen) bezeichnet man die Luftmenge, die bei einem Atemzug eingeatmet wird. In der Ruhe ist das Atemvolumen kleiner als bei der Arbeit. Als Minutenvolumen wird die in einer Minute ein- und ausgeatmete Luft bezeichnet. Es ergibt sich aus Atemfrequenz x Atemvolumen. Atemgeräusche entstehen durch das Vorbeistreichen der Luft an den Wänden der Atemwege und durch die Entfaltung der Alveolen. Man unterscheidet bronchiale und vesikuläre Atemgeräusche. Als pathologische Geräusche kommen vor: Knistern, Reibe- und Rasselgeräusche. | |||